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Das Erzgebirge

Das Erzgebirge ist eine etwa 130km lange und 40km breite Pultscholle zwischen Elstergebirge und Elbsandsteingebirge. Es bildet zwischen dem Vogtland im Westen und dem Elbsandsteingebirge im Osten die natürliche Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik.
Es steigt aus dem lößbedeckten mittelsächsischen Hügelland mit 350-450m ü. d. M. nach Südosten langsam auf 800-1244m ü.d.M. an. Auf deutschem Gebiet umfasst das Erzgebirge eine Fläche von ca. 4000km².
Im 11.Jahrhundert bildete es ein Zusammenhängendes Waldgebiet. Es wurde als „Miriquidi“- Dunkler Wald- oder als „Behaimer Wald “- Böhmischer Wald- bezeichnet.

Der Bergbau

Erst nach Entdeckung zahlreicher Erzlagerstätten (v.a. Silbererz) vor ca. 700-800 Jahren nannte man, dass bis dahin noch von großen Waldflächen bedeckte Gebirge „Erzgebirge“.
Die ersten Silberfunde um 1168 nahe der heutigen Bergstadt Freiberg lockte zahlreiche Bergleute und Siedler aus Deutschland und Böhmen an. Mit ihnen begann die Blütezeit des erzgebirgischen Bergbaus, welcher die Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens im 15. und 16. Jahrhundert entscheidend prägte. Innerhalb weniger Jahre entstanden in den Zentren des Silberbergbaus die bedeutenden Bergstätte Schneeberg (1471), Annaberg (1496) und Marienberg (1521). Als Kennzeichen für den Reichtum dieser „Silberstätte“ entstanden zahlreiche monumentale Bauwerke, wie z.B. der Freiberger Dom, die Sankt-Annen-Kirche in Annaberg die Sankt-Wolfgangskirche in Schneeberg sowie die prächtigen Rathäuser jener Städte.
Neben dem Silberbergbau entwickelten sich im 14. und 15. Jahrhundert im mittleren und östlichen Teil des Erzgebirges auch Zentren des Zinnbergbaus. Jener Abbau konzentrierte sich um die Gebiete Geyer, Ehrenfriedersdorf und Altenberg. Da aber Zinn damals als „unedles Metall“ galt, erlangte dieser Bergbau nicht den wirtschaftlichen Erfolg des Silberbergbaus.

Der Rückgang des Bergbaus und die Entstehung der Erzgebirgischen Volkskunst

Lange Zeit bestimmte der Bergbau das wirtschaftliche Leben im Erzgebirge, doch Ende des 16.Jahrhunderts kam es zum Stillstand des Bergbaus.
Hauptursachen dafür waren:
- Nachlassen der Ergiebigkeit der vorhandenen Lagerstätten
- zunehmende Aufwendungen für den Abbau der Erze aus immer tiefer werdenden Gruben
- der , Anfang des 17. Jahrhunderts beginnende Preisverfall des sächsischen Silbers durch Billigimporte aus Übersee, z.B. Südamerika
Durch diesen Rückgang begann für die Bergleute eine schwierige Zeit, denn auch mit den geringen Erträgen aus der Landwirtschaft auf dem kargen Boden des Gebirges konnten sie ihre Familien nicht mehr ernähren. Es mussten also neue Erwerbsquellen gefunden werden. Große Bedeutung gewann das im Erzgebirge reichlich vorhandene Holz. Auch wenn diese Umstellung nur langsam und nicht ohne Probleme vorwärts ging, fanden doch zahlreiche Bergmannsfamilien v.a. in den neuen Berufen der Holzverarbeitung oder im textilen Hausgewerbe eine neue Existenzgrundlage.
Damit legten sie zugleich den Grundstein zur Entstehung der erzgebirgischen Volkskunst.

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